WordPress: W3 Total Cache richtig einstellen

WordPress: W3 Total Cache richtig einstellen

Das beliebte WordPress Plugin W3 Total Cache kann auf den ersten Blick ein wenig überwältigend und kompliziert aussehen. Dieses Tutorial hilft dir die richtigen Einstellungen zu wählen und die wichtigsten Funktionen zu verstehen.

Warum PageSpeeds wichtig sind!

Immer wieder rede ich über Ladezeiten, gute Server, Bildoptimierung, Caching, Minification oder Speed-Tests. Oft sehe ich Webseiten, die diesen Themen keine oder nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht sind dir diese Themen nicht so wichtig oder du findest sie auf den ersten Blick zu kompliziert, aber ich sage dir, dass es eines der wichtigsten Bestandteile einer erfolgreiche Webseite ist.

Es gibt nichts schlimmeres als langsame Webseite. Warum?

  • Langsame Webseiten bekommen schlechtere Suchmaschinen Rankings
  • Sie führen zu weniger Benutzer Interaktion, weniger Page Views und höheren Bounce-Rates
  • Verringern E-Mail Optins und Conversion Rates

Man kann mit einigen leichten Handgriffen eine WordPress Seite erheblich schneller machen. W3 Total Cache ist eines der führenden Plugins für PageSpeeds in WordPress.

Nachdem du W3 Total Cache installiert hast, öffne das Options Menu und navigiere zu den General Settings.

W3 TOTAL CACHE: GENERAL SETTINGS

GENERAL SETTINGS: PAGE CACHE

Der Page Cache ist die wichtigste Funktion von W3 Total Cache und wenn du nur eine Funktion aktivierst, dann diese. Du solltest nur durch diese Funktion eine deutliche Steigerung deiner Page Speeds erreichen.

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Es gibt verschiedene Caching Methoden und es hängt von deinem Server an, welche du am besten benutzt. Wenn du auf einem Shared-Hosting Plan bist, dann wählst du die Methode Disk: Enhanced. Falls du einen eigenen Server hast, musst du deinen Hoster kontaktieren, welche anderen Caching Methoden er unterstützt und musst im Tab Install die richtigen Module auf deinem Server einrichten.

GENERAL SETTINGS: MINIFY

Diese Option erlaubt es dir, CSS und Javascript zu verkleinern. Diese Verkleinerung kann deine Seite völlig lahmlegen, wenn du die falschen Dateien verkleinerst oder sie an die falsche Position verschiebst.

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Wir werden diese Option deaktiviert lassen, denn wir benutzen das Plugin Autoptimize für diesen Zweck. Wie bereits im WordPress Plugins Artikel erwähnt, funktioniert dieses Auto-Minify Plugin besser als das W3TC Auto-Minify.

GENERAL SETTINGS: DATABASE CACHE

Diese Funktion ist ein zweischneidiges Schwert und sehr Ressourcen intensiv. Wenn du einen eigenen Server hast, dann solltest du sie auf jedenfalls aktivieren.

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GENERAL SETTINGS: OBJECT CACHE

WordPress hat einen eigenen Object Cache eingebaut. Dieses Modul kann helfen bei komplexen Webseite die Ladezeit verkürzen. Diese Funktion ist einfach zu benutzten, bringt aber für die meisten Seiten nichts.

Wenn deine Seite nicht sehr dynamisch ist, komplexe Datenbankabfragen macht und von einem eigenen Server gehostet wird, dann kannst du diese Funktion deaktiviert lassen.

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Alle „normalen“ WordPress Seiten brauchen diese Funktion nicht. Du solltest über diese Funktion nur nachdenken, wenn du deine Seite mit BuddyPress, bbpress oder ähnlichem erweitert hast.

GENERAL SETTINGS: BROWSER CACHE

Viel muss man hierzu nicht sagen. Dieses Modul aktiviert den Browser Cache und man muss einfach nur den Haken setzen.

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Von nun an wird deine Webseite im Browser deiner Besucher gecached und wenn sie deine Seite ein zweites Mal besuchen, laden sie Sie direkt aus ihrem Browser. Ein Standart für nahezu alle Webseiten.

GENERAL SETTING: CDN

Hier kannst du Einstellen, ob du ein Content Delivery System benutzt.

Ein CDN ist ein externes Server-Netzwerk, dass deine Seite speichert und deine Dateien von mehreren Subdomains an deine Besucher ausliefert. Dies verbessert die Ladezeiten deiner Webseite. Die Basisversion eines solchen CDNs bekommt man ab circa 10 Euro pro Monat. Ich benutze MaxCDN.

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Brauchst du das? Es verbessert deine Ladezeiten zum Teil erheblich, aber es lohnt sich eigentlich nur für kommerzielle Webprojekte. Wenn du kein Geld mit deiner Seite verdienst, dann würde ich mir ein CDN sparen.

GENERAL SETTINGS: RESTLICHE OPTIONEN

Du kannst die Optionen Reverse Proxy, Monitoring und Miscellaneous ignorieren und auf den Standart Einstellungen belassen.

Auch den Debug Mode kannst du deaktiviert lassen, falls du nicht selbstständig nach Fehlern suchst und diese beheben möchtest. Wenn du gerade mit W3TC anfängt und du noch wenig Erfahrungen hast, dann wird dir der Debug Mode mit aller Wahrscheinlichkeit nicht weiterhelfen.

Als Letztes kannst du deine Einstellungen Importieren/Exportieren.

EXKLUSIVER ZUGANG

ZU ANLEITUNGEN, FALLSTUDIEN UND BEST-PRACTICES
(KOSTENLOS)

PAGE CACHE

Jetzt wo wir die Option Page Cache aktiviert haben, können wir im Tab Page Cache die Feineinstellungen vornehmen.

Aktiviere als Erstes folgende Einstellungen:

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Wenn deine Seite ein SSL Zertifikat benutzt, dann solltest du auch die SSL Requests Cache lassen. Wenn du kein SSL Zertifikat benutzt, dann kannst du diese Option deaktiviert lassen.

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Cache URIs with query string variables und 404 Cache kannst du deaktiviert lassen. Ersteres hilft beim Caching von unerwarteten Strings, die zum Beispiel auftreten, wenn jemand deine Seiten-Suche benutzt. Wenn deine Suche pro Monat tausende Male benutzt wird, dann kannst du über diese Funktion nachdenken, ansonsten lasse sie deaktiviert. Die 404 Cache Option kann dazu führen, dass Google deine 404-Fehlerseiten als reguläre Seiten indiziert und das wollen wir vermeiden.

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Die Option Don’t cache pages for logged in users solltest du aktivieren, denn wenn du sie deaktivierst, kann es dazu führen, dass deine Admin Pages gecached werden und nicht Admins Zugang auf diese bekommen können.

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Danach kümmern wir uns um den Cache preload, der sich darum kümmert, dass Pages bereits gecached sind, bevor auf sie zugegriffen wird.

Du kannst die Funktion mit Automatically prime the page cache aktivieren. Die Intervall Einstellungen kannst du auf den Standart Einstellungen lassen. Diese funktionieren gut für shared-hosting Server. Wenn du einen eigenen Server hast, dann kannst du die Werte etwas nach oben schrauben.

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Jetzt musst du noch eine Sitemap URL angeben. Wenn du später die Yoast SEO Extension installierst, sollte diese automatisch hier eingefügt werden. Überprüfe dies zur Sicherheit jedoch noch einmal. Wenn du ein anderes Plugin für deine Sitemap benutzt, dann musst du die URL manuell eintragen.

Alle anderen Optionen auf dieser Seite kannst du ignorieren und auf den Standart-Einstellungen belassen.

MINIFY

Da wir die Minify Option nicht benutzen und sie durch das Autoptimize Plugin ersetzen, kannst du diesen Tab überspringen. Wenn du W3 Total Cache fertig eingerichtet hast, dann schaue dir das Autoptimize Tutorial an.

DATABASE CACHE

Wahrscheinlich hast du diese Option deaktiviert und kannst dieses Tab ignorieren. Falls nicht, dann stelle sicher, dass du folgende Option aktiviert hast, damit dein Admin Panel weiterhin wie gewohnt funktioniert. Die restlichen Einstellungen kannst du ignorieren, da die Standart Einstellungen für 99% aller Webseiten gut konfiguriert sind.

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OBJECT CACHE

Diesen Tab kannst du ignorieren und alles auf Standart lassen, egal ob du die Funktion deaktiviert oder aktiviert hast. Du solltest mit diesen Einstellungen nur herumspielen, wenn du ein erfahrener WordPress Entwickler bist. Auch hier sind die Standart Einstellungen richtig für fast alle Webseiten.

BROWSER CACHE

Die ersten vier Optionen haben die gleiche Funktion: Sicherzustellen, dass dein Cache und die gecached Seiten noch aktuell sind. Du solltest mindestens die erste Option aktiviert haben. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass deine Besucher immer die aktuelle Version haben, solltest du alle aktivieren. Du kannst Set W3 total cache header deaktiviert lassen. Diese Funktion erlaubt es dir im HTTP Header nachzuvollziehen, ob eine Page gecached wurde oder nicht. Das ist eine reine Analyse Funktion und gibt keinen Performance Boost.

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Die HTTP (gzip) compression verkleinert deine Webseite serverseitig und ist eine der wichtigsten Funktionen von W3 Total Cache.

Prevent caching of objects after settings change stellt sicher, dass dein Browser bei Einstellungsveränderungen deine Seiten neu cached.

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Alle anderen Optionen kannst du auf den Standart Einstellungen lassen und ignorieren, denn sie übernehmen automatisch die Einstellungen aus deinen General Settings. Man kann hier zwar Finetuning betreiben, aber auch hier sollte man viel Erfahrung mit WordPress mitbringen, damit es mehr nützt, als schadet.

EXKLUSIVER ZUGANG

ZU ANLEITUNGEN, FALLSTUDIEN UND BEST-PRACTICES
(KOSTENLOS)

USER AGENT GROUPS, REFERRER GROUPS

User Agent Groups werden häufig dazu benutzt mobile User auf eine Seite umzuleiten, die für mobile Geräte optimiert wurde. Diese Option ist nur relevant für dich, wenn du eine separate Subdomain für deine mobilen Besucher hast. Die meisten werden eine responsive Webseite haben, die gleichermaßen für Desktop sowie mobile Geräte funktioniert und können diese Option Ignorieren.

Referrer Groups werden dazu benutzt, um Menschen aus einer bestimmte Traffic Quelle auf eine spezielle Seite umzuleiten. Du könntest zum Beispiel einstellen, ob ein Besucher der über Facebook auf deine Seite kommt auf eine extra Seite geleitet wird oder auf eine Domain mit einem anderen Theme. Das ist für die meisten Webseiten Betreiber nicht relevant und hat keinen direkt Einfluss auf deine Page Speeds und kann ignoriert werden

CDN

Falls du ein CDN benutzt, dann aktiviere folgende Optionen.

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Danach kannst du deine CDN Daten eintragen. Wenn du Interesse an einer Anleitung hast, wie du MaxCDN mit W3 Total Cache einrichtest, dann hinterlasse einen Kommentar und wenn es genügend Nachfrage gibt, werde ich ein Tutorial schreiben.

MONITORING

Haben wir deaktiviert, du kannst es also ignorieren.

Es handelt sich hierbei um eine Integration mit New Relic Server Monitoring, diese funktioniert nicht mit shared-hosting Servern und ist davon abgesehen auch nur relevant für eine sehr kleine Gruppe von WordPress Benutzern.

EXTENSIONS

Stelle sicher, dass du das YOAST SEO Modul aktiviert hast, falls du Yoast benutzt.

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Ansonsten ist hier nur noch Cloudflare wichtig, wo du deine Cloudflare Zugangsdaten eintragen kannst. Cloudflare ist auch ein CDN, wie MaxCDN und kann nur über diese Extension benutzt werden. Ich rate von diesem CDN ab, denn es macht deine Seite häufiger langsamer als schneller.

Herzlichen Glückwunsch. Jetzt sollte W3 Total Cache vollständig eingerichtet sein. Schau dir jetzt das Autoptimize Tutorial an.

Welche Erfahrungen hast du mit W3 Total Cache gemacht? Sind irgendwelche Fragen offen geblieben oder brauchst du Hilfe bei einem speziellen Problem? Hinterlasse einen Kommentar!

  • Gabriel Richert

    Danke für den tollen Artikel. Habe durch die Tipps schon ordentlich an Boden gut machen können. Probleme machen aber noch die Bilder. Werden wohl irgendwie dynamsch erzeugt und sind dann laut Google Pagespeed zu groß. Die Dateien enden z.B. mit fgkaiq4gojt2ot930rcfhnamum9m.jpg?x58366. Neben den Bilderproblen Hast du hier noch einen Tipp?

    • Hi Gabriel, Kein Problem. Freut mich das ich dir helfen konnte. Das mit den Bildern kenne ich. Ich bekomme die gleichen dynamisch erzeugten Dateien auch für einige Java Skripte. Leider hab ich auch noch nicht herausgefunden, wo und wie sie erzeugt werden. Ich habe einen Post bei GitHub und in den WP Developer Foren gepostet, aber bis jetzt noch keine Antwort bekommen. Ich poste direkt hier, wenn ich herausgefunden habe, woran es liegt.

      Bei Bilder hilft es manchmal alle Caches zu leeren.

      • Gabriel Richert

        Hi Julius, danke für die Antwort. Ich habe auch gemerkt, dass die ganze deflate Geschichte nicht läuft. Steht zwar in der httacces drin, aber greift nicht. Werde wohl mal mit dem Provider sprechen.

        • Manche Provider erlauben nicht alle Einstellungen, das ist manchmal etwas nervig. Wenn man genügend Traffic hat oder Geld mit seiner Seite verdient, dann lohnt sich langfristig ein Umstieg auf einen eigenen Server.

  • Laureen

    Das Cloudfront CDN hatte mir damals gut speed gegeben, aber nun macht es die Webseite eher langsamer. Wäre an einen MaxCDN Tutorial interessiert.
    Ich konnte letztes Jahr ürbigens einen richtigen und konstanten Besucheranstieg in Analytics sehen bei allen Webseiten, die ich mit den CDN ausgerüstet hatte. Erstaunliche Wirkung.

    • Hi Laureen,

      das Cloudfront war tatsächlich mal richtig gut. Leider hat das in den letzten Jahren sehr nachgelassen und inzwischen wird davon oft abgeraten. Ich benutze es auf keiner meiner Seiten mehr. Ich werde mal schauen, ob ich Zeit finde ein MaxCDN Tutorial zu erstellen. Ich bin zur Zeit etwas voll. 🙂

  • Markus G

    Hallo, ich hätte definitiv Interesse an einem MAXCDN Tutorial….würde es mir gern zulegen, habe aber nicht wirklich eine Ahnung wie ich das richtig einsetzen kann, um bestmöglichen Effekt zu erhalten. Also: Tutorial wäre mehr als hervorragend 😉

  • Marion Mueller

    Vielen Dank für die coole Anleitung. Ich habe einiges an Speed herausholen können. Was mich immer noch etwas ärgert ist, dass PageSpeed anscheinend keine Fotolightbox mag. Wenn ich die einschalte, geht der Wert wieder drastisch runter. 🙁 Gibt es dafür ne einfache Lösung?